„Wir machen das für unseren Sohn“

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Sollten sie sich auf den Deal einlassen? „Überlegt euch das gut, die Regierung hat ihre Versprechen oft nicht eingehalten“, dröhnt die Stimme von Irineo Mujíca durchs Megafon. Fast alle, die dem Aktivisten in der südmexikanischen Stadt Arriaga zuhören, lehnen ab. Nein, sie wollen nicht in den Bundesstaaten Oaxaca und Chiapas bleiben. Und nein, sie verlassen sich nicht darauf, dass die Behörden ihnen dort Arbeit sowie Krankenversorgung bieten und ihre Kinder zur Schule gehen können.

Das hatte Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto angeboten, wenn sie nicht weiter Richtung Norden marschieren. Aber unter den Migranten, die sich auf dem zentralen Platz von Arriaga versammelt haben, dominiert das Misstrauen. „Also geht es morgen früh um drei Uhr weiter“, ruft Mujica von der Unterstützergruppe „Pueblo Sin Fronteras“ (Volk ohne Grenzen) und erntet dafür großen Beifall.

woxx, 31. Oktober 2018

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„Wir laufen bis zur US-Grenze“

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Die Sonne drückt, es ist unerträglich schwül. Wer nicht muss, läuft keinen Meter außerhalb der Zeltdächer, die ein wenig Schutz vor der tropischen Sonne bieten sollen. “Trinkt genug Wasser und bleibt im Schatten“, dröhnt die Stimme von Pfarrer Samuel Rosco aus den Lautsprechern.

Der Geistliche steht auf der Bühne, warnt vor Hitzschlägen und gibt über Mikrofon die wichtigsten Informationen weiter. Neben ihm verteilen Frauen Medikamente, einige Sanitäter drängen sich durch die Menschenmenge, dortin, wo gerade jemand nach einem Arzt gerufen hat. Immer wieder kollabiert jemand wegen der Hitze, mehrere Rettungswagen stehen bereit.

taz, 24. Okober 2018

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Es riecht nach Putsch

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Wer bei den Präsidentschaftswahlen in Honduras vom vorvergangenen Wochenende gewonnen hat, wird vielleicht nie ans Licht kommen. Doch die Tatsache, dass die Nationale Wahlbehörde (TSE) seit acht Tagen kein Ergebnis veröffentlicht, spricht für sich. Tag für Tag stieg nach Angaben des TSE die Stimmenzahl für den Präsidenten Juan Orlando Hernández, während Gegenkandidat Salvador Nasralla angeblich seinen anfänglichen Fünfprozentvorsprung verlor und nun hinter dem Rechtspolitiker liegt.

taz, 5. Dezember 2017

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Militär gegen linke Demonstranten

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Straßenblockaden, brennende Autoreifen und Tote: Eine Woche nach den Präsidentschaftswahlen in Honduras spitzt sich die Lage im Land immer mehr zu. Seit Tagen demonstrieren Tausende Oppositionelle und werfen der Regierung vor, bei der Auszählung der Stimmen betrogen zu haben.

Staatschef Juan Orlando Hernández verhängte indes am Freitag einen zehntägigen Ausnahmezustand. Von 18 Uhr bis 6 Uhr gilt seither eine Ausgangssperre. Zudem soll nun das Militär die Polizisten im Einsatz gegen die Demonstrantinnen und Demonstranten unterstützen.

Nach Angaben des unabhängigen Netzwerks „Runder Tisch der Menschenrechte“ sind bei den Protesten zwei Menschen getötet und mindestens 24 durch Polizeikugeln verletzt worden. Etwa 300 Personen wurden festgenommen.

taz, 4. Dezember 2017

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Korrupt und von Gewalt geprägt

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Ginge es nach der Opposition, wäre die Präsidentschaftswahl in Honduras vom kommenden Sonntag bereits ungültig, bevor sie überhaupt nur begonnen hat. „Nein zur Wiederwahl“ skandierten jüngst rund 10.000 Demonstrantinnen und Demonstranten auf den Straßen der Hauptstadt Tegucigalpa und forderten, dass der amtierende Staatschef Juan Orlando Hernández nicht mehr antritt.

Dass der Rechtspolitiker für den Urnengang kandidiere, sei illegal, erklärten die Protestierenden, die das Mitte-links-Bündnis „Oppositionelle Allianz gegen die Diktatur“ unterstützen. Auch die Liberale Partei (PLH) kritisiert Hernández’ erneute Kandidatur und spricht von „Landesverrat“.

taz, 24. November 2017

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