Tage der Toten

los carteles no existenDer Titel klingt provokativ. „Die Kartelle existieren nicht“ – nennt der Journalist Oswaldo Zavala sein jüngst in Mexiko erschienenes Buch. Anhand von Publikationen setzt sich der mexikanische Autor mit dem Phänomen auseinander, das gemeinhin als „narco“, als Drogenmafia, bezeichnet wird. Er wirft einen kritischen Blick auf das Bild, das Zeitungsartikel, Romane, Sachbücher und Spielfilme von den kriminellen Organisationen zeichnen.

Zavala beschäftigt sich zu Recht intensiv mit Fiktionen. Denn gerade auf Erzählungen wie Don Winslows „Tage der Toten“ oder dem Netflix-Krimi „El Chapo“ basiert das populäre Wissen über den Alltag krimineller Banden, über Mafiabosse sowie deren Verbindungen zu korrupten Politikern oder Antidrogenbehörden. Daran ist einiges wahr. Wer Winslows Thriller liest, entdeckt viele Parallelen zu Ereignissen, die real stattgefunden haben.

taz, 1. September 2018

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Ein kompliziertes Verhältnis

foto-bottiniTHRILLER Vom ostdeutschen Havelland in die algerische Kabylei führt die Odyssee um die Folgen deutscher Rüstungsexporte in Oliver Bottinis aktuellem Kriminalroman „Ein paar Tage Licht“.

 

Ralf Eley hätte die letzten Monate seines Jobs in Algerien lieber anders verbracht. Gerne wäre er mit der Richterin Amel Samraoui noch einmal in eine marokkanische Touristenhochburg gefahren, wo sie ihre heimliche Liebe wenigstens offen leben könnten. Doch dann wird ein Manager der Rüstungsschmiede Meininger Rau aus Altniederndorf entführt, und für den Verbindungsmann des Bundeskriminalamts beginnt eine Odyssee, die ihn in eine gefährliche algerische Berberregion, in die brandenburgische Provinz sowie nach Berlin führt. Und die ihn beinahe das Leben kostet.

Rezension in der taz vom 4. Juni 2014

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Vom Bellen zum Beißen

Ist von Menschenrechten die Rede, denken viele zunächst an Meinungs- und Pressefreiheit oder das Verbot von Folter und Diskriminierung. Doch neben den „politisch-bürgerlichen“ gewinnen zunehmend die „sozialen Menschenrechte“ an Bedeutung. So etwa das Recht auf Wasser, Nahrung, Arbeit, Bildung, Gesundheitsversorgung oder angemessene Unterkunft. Ob Indigene sich gegen den giftigen Abbau von Gold und Silber zur Wehr setzen, Slumbewohner gegen ihre Zwangsräumung kämpfen oder Kleinbauern die Patentierung von Saatgut verhindern wollen – sie alle beziehen sich mittlerweile auf diese Garantien, die von den Vereinten Nationen 1966 im Sozialpakt festgeschrieben und später in zahlreichen UN-Konventionen spezifiziert wurden.

Eine Rezension in der Luxemburger Wochenzeitung woxx vom 17. Oktober 2013

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Bellen oder beißen

grafik-krennerichWer sauberes Trinkwasser fordert, für eine angemessene Unterkunft kämpft oder seine Teilnahme am kulturellen Leben der Gesellschaft einklagt, ist kein Bittsteller, sondern hat das internationale Recht auf seiner Seite. Schon 1966 schrieben die Vereinten Nationen „soziale Menschenrechte“ wie die auf Wohnen, Nahrung, Sanitärversorgung, Gesundheit, Bildung oder Arbeit im UN-Sozialpakt fest. Dennoch werden diese Rechte neben den politisch-bürgerlichen wie zum Beispiel Versammlungs-, Meinungs- oder Religionsfreiheit nicht gleichberechtigt wahrgenommen.

Rezension in der taz vom 14. August 2013

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Kein Wunschzettel fuer den Weihnachtsmann

Bei den Menschenrechten denken viele zunächst an Meinungs- und Religionsfreiheit oder das Verbot von Folter und Diskriminierung. Doch neben den „politisch-bürgerlichen“ gewinnen zunehmend die „sozialen“ Menschenrechte an Bedeutung. So etwa das Recht auf Wasser, Nahrung, Arbeit, Bildung, Gesundheitsversorgung oder eine angemessene Unterkunft. Ob Indigene sich gegen den giftigen Abbau von Edelmetallen zur Wehr setzen, Slumbewohner gegen ihre Zwangsräumung kämpfen oder Kleinbauern die Patentierung ihres Saatguts verhindern wollen – sie alle beziehen sich mittlerweile auf diese Garantien, die von den Vereinten Nationen 1966 im UN-Sozialpakt festgeschrieben und später in zahlreichen UN-Konventionen spezifiziert wurden.

Eine Rezension des Buches „Soziale Menschenrechte“ von Michael Krennerich in den Weltsichten vom 25. Juli 2013

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Wasser fürs Opium, Heroin für den Schmuggel

BuchvorstellungBUCHVORSTELLUNG Ein Sammelband der Heinrich-Böll-Stiftung befasst sich mit transnationaler, organisierter Kriminalität. Deutlich wird: Entscheidend sind nicht die Waren, sondern die Kontrolle der Routen.

Ein Beitrag in der taz vom 20. Juni 2013

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114 Heckler&-Koch Opfer am Tag

schwarzbuch
Jürgen Grässlins „Schwarzbuch Waffenhandel“ belegt, wie sich Politiker aller Couleur für die deutsche Rüstungsindustrie starkmachen.

Eine Rezension in der taz vom 4. Juni 2013

Die Schlachtfelder in den Städten

Der Autor John Gibler schildert in „Sterben in Mexiko“, unter welchen Bedingungen Reporter oder Aktivisten leben, deren Alltag von Soldaten, Polizisten oder Drogenkartellen kontrolliert wird. Meine Rezension des Buches:

sonntaz vom 8. Dezember 2012

Was universal ist kann nicht relativ sein

Ist der Kampf gegen patriarchale Gewalt rechts oder rassistisch, wenn er sich gegen die Tradition nichteuropäischer Kulturen richtet? Geht Religionsfreiheit zusammen mit radikaler Religionskritik? Und wer verteidigt dann eigentlich das Menschenrecht? In der Debatte um die multikulturelle Gesellschaft scheint keine Zuschreibung mehr zu taugen. Die Psychologieprofessorin Birgit Rommelspacher bemängelte in der taz, dass die „selbstverständliche Affirmität zwischen Linken und Feministinnen“ verloren gegangen sei, der Publizist Henryk M. Broder kam angesichts von gewalttätigen Angriffen auf Islamkritiker zu dem frustrierenden Schluss: „Toleranz hilft nur den Rücksichtslosen.“

Eine Rezenion von Imke Leichts Buch „Multikulturalismus auf dem Prüfstand“ in der taz vom 24. Juli 2010 „Was universal ist kann nicht relativ sein“ weiterlesen

Hände hoch! Geld her!

Eine politische Geschichte des Bankraubs und seiner von Sozialromantik infizierten Täter

KLAUS SCHÖNBERGER (Hrsg.): Va Banque; Bankraub, Theorie, Praxis, Geschichte, Verlag Libertäre Assoziation/Schwarze Risse/Rote Straße, Berlin/Hamburg 2000. 328 Seiten, 34 Mark.

Sind es die schnellen und schicken Autos? Ist es die Kaltschnäuzigkeit? Oder ist es einfach der Traum von einem Leben, in dem die tägliche Fron für immer der Vergangenheit angehört? Die Gründe sind vielfältig, aber eines ist sicher: Bankräuber erfreuen sich großer Beliebtheit, im Film wie im wirklichen Leben.

So etwa John H. Dillinger, der Robin Hood der 30-er Jahre in den USA. Zwar verteilte Dillinger nichts von seiner Beute, doch zwischendurch ließ er den einen oder anderen Schuldschein mitgehen. Als er im Alter von 31 Jahren durch Polizeikugeln starb, nahmen 15 000 Menschen an seiner Beerdigung teil. Oder Albert Spaggiari: Mit dem Einbruch in den Tresorraum der Société Général von Nizza 1976 wurde er zur Legende. Sein Weg durch die Kloake der Kanalisation hin zu Gold und Juwelen diente zwei Büchern und einem Film als Vorlage. 1977 tauchte Spaggiari in Südamerika unter und lebte dort bis zu seinem Tode.

Eine Rezension in der Süddeutschen Zeitung vom 21. 11. 2000

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