Atemberaubendes Gedränge

merkelmex

Was bleibt, ist ein gemeinsames Bier. Ein „duales Bier“, hergestellt von sechs Braumeistern. Drei Mexikanern, drei Deutschen. Denn Bier, so steht es auf der Flasche, ist immer Gesprächsthema zwischen Menschen der beiden Nationalitäten.

Für Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto bietet die Hopfenfusion einen guten Anlass, um mit Kanzlerin Angela Merkel auf ein erfolgreiches Projekt anzustoßen: auf das „Año Dual“, das „Duale Jahr“, ein kulturelles Austauschprogramm mit zahlreichen Konzerten, Filmaufführungen und weiteren Events, das die beiden an diesem Abend offiziell beenden.

Also wird beim Abendessen im Nationalpalast von Mexiko-Stadt nicht Wein, wie sonst bei Staatsbesuchen üblich, sondern ebendieses binational gebraute Bier ausgeschenkt. Es soll eine großartige gemeinsame Zukunft der beiden Staaten symbolisieren, eine Zukunft, die mit dem Mexiko-Besuch Merkels am Wochenende und dem Dualen Jahr besiegelt zu sein scheint.

taz, 11. Juni 2017

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Mit allen Mitteln

ai-journalEr will atmen, doch das Plastik vor seinem Mund schneidet ihm die Luft ab. Verzweifelt beißt Germán Heredia Rebollar in die Plastiktüte, die ihm über den Kopf gestülpt wurde. Dann hört er die Beamten sagen: »Vergiss es, wir haben noch genug Tüten.« Auch Miriam López Vargas droht zu ersticken, als ihre Peiniger sie verhören. Eine Woche lang wird die 27-Jährige auf einer Militärbasis festgehalten – eine Woche, in der Soldaten sie mit Elektroschocks foltern und drei Mal vergewaltigen.

Amnesty-Journal 6 / 7 2014 „Stop Folter“

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Miliz gegen Mafia gegen Militär

Gemeindepolizei in Tierra Colorada, Guerrero
Gemeindepolizei in Tierra Colorada, Guerrero

BERLIN taz | Die Kämpfe zwischen Bürgermilizen und der Mafia im mexikanischen Bundesstaat Michoacán haben einen neuen Höhenpunkt erreicht. Autonome Selbstverteidigungsgruppen nahmen in den letzten Tagen mehrere Städte ein, die bislang vom Tempelritter-Kartell kontrolliert wurden.

Damit kontrollieren die als Bürgerwehren gegen die Gewalt der Drogenkartelle gegründeten Milizen 33 Gemeinden und kesseln die als Mafia-Zentrum geltende Kreisstadt Apatzingán weiter ein. Um die Gebiete zurückzugewinnen, hat Innenminister Miguel Ángel Osorio Chong am Montag weitere Soldaten und Bundespolizisten in die Region geschickt.

Artikel in der taz vom 14. Januar 2014

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