Überwachung per Smartphone

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Mexikanische Behörden haben mit Spionagesoftware systematisch Menschenrechtsverteidiger, Journalisten und Antikorruptionsaktivisten ausgespäht. Das geht aus einem Bericht des kanadischen Instituts Citizen Lab hervor, den die New York Times am Montag veröffentlicht hat. Die Betroffenen haben noch am selben Tag Anzeige gegen die Regierung eingereicht.

Angesichts zahlreicher Morde auf Medienschaffende und Aktivisten in den letzten Monaten stieß die Nachricht auf besonders große Empörung. „Wir fordern einen unparteiische, unabhängige, gründliche und transparente Untersuchung“, erklärte Luis Fernando García, der Leiter des Netzwerks zur Verteidigung Digitaler Rechte. Die Regierung wies die Vorwürfe zurück. „Wir verurteilen jeden Versuch, das Recht auf Privatsphäre einer Person zu verletzen“, sagte Pressesprecher Daniel Millán.

taz, 21. Juni 2017

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„Wir brauchen Solidarität“

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Foto: Premio Gabriel García Marquez del periodismo

taz: Frau Turati, Reporterinnen wie Sie sind in Mexiko zunehmend mit den Folgen der Gewalt konfrontiert: mit Massengräbern, verstümmelten Leichen, verzweifelten Angehörigen. Wie verändert das Ihre Arbeit?

Marcela Turati: Ich habe mich mein ganzes journalistisches Leben lang mit Armut beschäftigt. Früher ging ich in in­digene Gemeinden, schrieb über Menschenrechtsverletzungen und Naturkatastrophen. Doch meine Arbeit sieht völlig anders aus, seit der damalige Präsident Felipe Calderón 2008 massiv Soldaten in Bundesstaaten entsandte, in denen die Drogenkartelle stark waren. Die Redaktionen schickten mich in die Regionen, und von einem Tag auf den anderen wurde ich zur Kriegsreporterin im eigenen Land. Ich sprach mit Waisen, Witwen und Vertriebenen, schrieb über Feuergefechte und zählte die Toten. Plötzlich musste ich über 72 ermordete Migranten berichten, die man in Gräbern fand. Oder über die Mutter, deren achtjähriger Sohn verschwand.

taz, 14. Dezember 2015

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Schwarze Löcher

Journalisten werden in Mexiko drangsaliert, verfolgt und ermordet. Drogenkartelle wollen damit eine kritische Berichterstattung unterbinden. Für jeden zweiten Angriff sind aber Polizisten und Beamte verantwortlich.

Ein Artikel im Amnesty Journal Oktober 2012Amnesty-Journal