Protestant des Volkes

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MEXIKO-STADT taz | Fünf Monate hat Mexikos gewählter Präsident bereits faktisch mitregiert. Am 1. Dezember übernimmt Andrés Manuel López Obrador, kurz AMLO, nun auch offiziell sein Amt.

Gleich nachdem ihm die MexikanerInnen am 1. Juli mehrheitlich ihre Stimmen gegeben haben, legte der 64-Jährige los. Seine Vertreter diskutierten mit, als es galt, mit US-Präsident Trump einen neuen Freihandelsvertrag zu vereinbaren. AMLO initiierte Foren, auf denen Angehörige von Gewaltopfern mit künftigen Regierungsmitgliedern über die katastrophale Menschenrechtslage sprachen. Seine Morena-Partei organisierte Volksbefragungen, in denen das Ende eines im Bau befindlichen Flughafens beschlossen wurde. Niemand interessierte sich noch für seinen regierenden Vorgänger Enrique Peña Nieto von der ehemaligen Staatspartei PRI. AMLO stahl ihm die Show.

taz, 30. November 2018

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AMLO, der Hoffnungsträger

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Foto: Flickr/Eneas de Troya (CC BY 2.0)

MEXIKO-STADT taz | Der konservativ-liberale Kommentator Enrique Krauze, Feindbild aller mexikanischen Linken, nannte ihn einmal den „tropischen Messias“, er selbst vergleicht sich gerne mit den historischen Helden seines Landes. Etwa mit Benito Juárez, jenem Reformer aus dem 19. Jahrhundert, der sich für einen laizistischen Staat einsetzte und den von Napoleon zum Kaiser Mexikos ernannten Habsburger Maximilian I hinrichten ließ.

Kleine Brötchen wollte Andrés Manuel López Obrador, kurz AMLO, nie backen. 1988 verließ er die ehemalige Staatspartei PRI und gründete mit anderen Abtrünnigen die linke PRD. Drei Jahre lang saß er der Partei vor, um sich ab 2000 als Bürgermeister von Mexiko-Stadt einen guten Namen zu machen:

taz, 2. Juli 2018

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Drogengangs ermorden Kandidaten

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OAXACA taz | Zuletzt traf es Fernando Ángeles Juárez. Der 64-jährige Bürgermeisterkandidat wollte sich gerade auf den Weg zu einer Wahlveranstaltung machen, als mehrere bewaffnete Männer am Donnerstag in sein Haus eindrangen und ihn erschossen. Zwölf Stunden zuvor tötete ein Killerkommando Omar Gomez Lucatero. Auch er wollte Stadtvorsteher werden, und auch er war wie Ángeles offensichtlich den Kriminellen im mexikanischen Bundesstaat Michoacán ein Dorn im Auge.

Es ist Wahlkampf in Mexiko. Kein Tag vergeht, an dem nicht Amtsanwärter und deren Unterstützer bedroht, angegriffen oder ermordet werden. Mit Juárez und Lucatero steigt die Liste der Menschen, die seit der Eröffnung der Wahlperiode im September 2017 gewaltsam gestorben sind, auf 121 Opfer an. 47 waren für ein Amt angetreten.

taz, 25. Juni 2018

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Mexikos neuer Messias

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Er will die „Mafia an der Macht“ verdrängen, korrupte Politiker bekämpfen, die Armut beenden und der unendlichen Gewalt ein Ende setzen. Mexikos linker Präsidentschaftskandidat Andrés Manuel López Obrador verspricht viel, und alles deutet darauf hin, dass er sein Projekt tatsächlich angehen kann.

Am 1. Juli wählt Mexiko. Umfragen versprechen Obrador einen deutlichen Sieg. Doch die große Zustimmung hat einen hohen Preis: López Obrador hat Rechtskonservative und Politiker der korrupten ehemaligen Staatspartei PRI in seine Reihen aufgenommen. Bleibt also doch alles beim Alten? Oder wird Mexiko bald von einem Populisten regiert, der das Land an den Rand des Abgrundes führt?

Außer Frage steht: Mexikos Bevölkerung hofft auf einen grundsätzlichen Wandel.

ORF, 28. Juni 2018

Ya basta

ungassDie kühnste Idee kam von Hector Astudillo Flores. Man solle den Anbau von Schlafmohn und Marihuana legalisieren, forderte der Gouverneur des südmexikanischen Bundesstaats Guerrero – einer Region, deren Opiumproduktion die Hälfte des US-amerikanischen Heroinkonsums deckt. »Wir müssen außergewöhnlichen Problemen mit außergewöhnlichen Maßnahmen begegnen«, sagte er im März. Den Vorschlag sollten die Vertreter seines Landes zur UN-Drogenkonferenz UNGASS in New York mitnehmen.

Astudillo will die Legalisierung auf Pflanzen beschränken, die zu medizinischen Zwecken angebaut werden. Dennoch ist sein Vorhaben einer verbreiteten Erkenntnis geschuldet: Wo Hanf, Schlafmohn oder Kokasträucher illegal kultiviert werden, gehören Erpressung, Mord und Totschlag zum Alltag. »90 Prozent der gewalttätigen Vorfälle in Guerrero geschehen im Zusammenhang mit Drogen«, ist der Politiker der ehemaligen Staatspartei PRI überzeugt.

Jungle World, 21. April 2016

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Acht ermordete Kandidaten

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Weg mit dem Narco-Gouverneur: Wahlen in Chilpancingo / Guerrero. Foto: K. Gebhardt

BERLIN taz | Gewaltsame Demonstrationen, brennende Stimmzettel und mindestens acht ermordete Kandidaten – die am Sonntag in Mexiko stattfindenden Parlaments- und Kommunalwahlen werfen ihre Schatten voraus. Im Bundesstaat Guerrero lieferten sich am Mittwoch Angehörige und Kommilitonen der 43 verschwundenen Studenten Straßenschlachten mit der Polizei, in Oaxaca blockierten Tausende Mitglieder der Lehrergewerkschaft CNTE den internationalen Flughafen und griffen Wahlbehörden an.

taz, 6. Juni 2015

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Die totale Pleite

Er sollte mehr Sicherheit schaffen und dafür sorgen, dass die Gewalt eingedämmt wird. Das hatten jene Bürgerinnen und Bürger Mexikos erwartet, die Enrique Peña Nieto zum Präsidenten wählten. Mit der Rückkehr der ehemaligen Staatspartei PRI, so die Hoffnung, würde wieder Ruhe einkehren. Doch nach einem Jahr fällt die Bilanz schlecht aus. Morde, Entführungen und Erpressungen haben sogar zugenommen.

Kommentar in der taz vom 3. Dezember 2013

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Versiegende Quellen

"Pemex ist in guten Händen", meinen die Gegner der Privatisierung
„Pemex ist in guten Händen“, meinen die Gegner der Privatisierung

In Mexiko wird gegen die geplante Privatisierung der Erdölausbeutung demons­triert. So wie jetzt kann es mit dem staatlichen Ölkonzern Pemex aber auch nicht weitergehen.

Andrés Manuel López Obrador brachte die Sache für alle auf den Punkt: »Sie wollen mit den ausländischen Ölkonzernen den Wohlstand teilen, den sich unser Volk und unsere Nation erarbeitet haben«, schimpfte der linke mexikanische Politiker vorige Woche bei einer Demonstration in Mexiko-Stadt. Gemeint waren natürlich die Herrschenden in Mexiko, konkret ging es um den Präsidenten Enrique Peña Nieto von der Partei der Institutionellen Revolution (PRI). Gegen dessen geplante Energiereform waren an jenem Tag Tausende auf die Straße gegangen.

Artikel in der Jungle World vom 17. Oktober 2013

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Kommunalwahlen in Mexiko: Urnengang unter Feuer

Kommunalwahlen in Mexiko: Urnengang unter Feuer

Posted on 9. Juli 2013

Schüsse, Anschläge, Morde – die Kommunalwahlen in Mexiko am Sonntag waren überschattet von einer Welle der Gewalt. Im Bundesstaat Veracruz wurde ein Kandidat erschossen, in Baja California stand nach einem Angriff mit Molotowcocktails das Haus eines Anwärters in Flammen. Politiker verschiedener Parteien kritisierten zudem massive Wahlfälschungen.

Ein Artikel in der taz vom 9. Juli 2013

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