Die Not als Waffe

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Wenn es um den Zustand seines Landes geht, lässt Nicolás Maduros keine Zweifel aufkommen. »Die humanitäre Krise in Venezuela ist eine Farce«, behauptete Venezuelas Präsident jüngst in der mexikanischen Tageszeitung La Jornada. Diese Krise gebe es nicht, beteuerte er und sprach von hohen Beschäftigungsraten, vom Ernährungsprogramm Clap und von 30 000 Ärzten, die in Gemeinden tätig seien.

Kein Wort verlor er über Zigtausende Unterernährte und 2,3 Millionen Geflüchtete oder darüber, dass chronisch Kranke ihre Medikamente im Nachbarland Kolumbien kaufen müssen; und auch kein Wort darüber, dass die Clap-Lebensmittelpakete häufig nicht ankommen und ohnehin nicht zum Überleben ausreichen. Nein, alles laufe gut im Land der bolivarianischen Revolution, mit der sein Vorgänger Hugo Chávez eine gerechtere ­Gesellschaft erschaffen wollte. Das ­Krisengerede sei nichts als ein Täuschungsmanöver der USA, behauptet der Präsident.

Jungle World, 14. Februar 2019

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