Wie Waffenhandel tötet

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Iguala am 26. September 2014: Polizeisirenen heulen, Blaulichter durchdringen die Nacht, Busse mit zerschossenen Scheiben versperren den Weg. Mehrere Dutzend Studenten der pädagogischen Landschule Ayotzinapa  rennen durch die Straßen der mexikanischen Provinzstadt. Sie flüchten vor Polizisten, von denen sie gerade beschossen wurden. Dann sammeln sie sich auf einer Kreuzung. Wieder fallen Schüsse. Zwei Studenten gehen zu Boden und bleiben reglos im strömenden Regen liegen. Auch Ernesto Guerrero Cano befindet sich in diesem Moment auf der Straßenkreuzung. Später kehrt er an diesen Ort zurück.

Deutschlandfunk Kultur, 15. Mai 2018

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Deutsche Waffen, tote Mexikaner

Bürgerwehr mit G36 im Bundesstaat Guerrero- Foto Hans Musielik
Foto: Hans-Maximo Musielik

OAXACA taz | Eine Stunde lang liegt Aldo Gutiérrez auf dem Boden. Um ihn herum fallen Schüssen, Sirenen heulen, Blaulichter durchdringen die Dunkelheit. „Wir dachten, er sei tot“, erinnert sich später ein Kommilitone, der neben ihm stand. „Doch plötzlich sahen wir, dass Aldo sich bewegte und Blut spuckte.“ Kurz darauf bringt ein Rettungswagen den Studenten ins Krankenhaus. Er überlebt – und liegt seit dreieinhalb Jahren im Koma. „Sie haben ihm direkt in den Kopf geschossen“, sagt sein Bruder Leonel. „Die Kugel hat den Kopf durchdrungen und die Hälfte des Gehirns zerstört.“

taz am Wochenende, 12. Mai 2018

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„Wenn ich eine Pfarrer ermorden kann, kann ich tun und lassen was ich will“

foto omar sotelo

Täglich sterben in Mexiko Menschen im Krieg zwischen Mafiabanden, Soldaten und Polizisten. Zunehmend werden auch Kirchenvertreter Opfer dieser Gewalt. Omar Sotelo Aguilar ist sowohl Pfarrer als auch Journalist: Er hat die Hintergründe der Angriffe recherchiert.

Für den mexikanischen Pfarrer Omar Sotelo Aguilar war der 14. Januar dieses Jahres ein ganz besonderer Tag. Jahrelang hatte er an seinem Buch gearbeitet, nun konnte er es endlich in der Kathedrale von Mexiko-Stadt vorstellen. Schon der Titel verweist darauf, dass sich Sotelo mit einem schwierigen Thema befasst hat: „Tragödie und Feuerprobe des Priestertums in Mexiko.“

Deutschlandfunk, 29. April 2018

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„Extreme Gewalt“

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Alejandra Ancheita ist Juristin und Gründerin sowie Direktorin des Menschenrechtszentrums Prodesc in Mexiko-Stadt. 2014 erhielt sie den Martin-Ennals-Preis, der von zehn internationalen Menschenrechtsorganisationen ausgelobt wird.

? Mexiko wirbt als Gastland der Hannover-Messe mit seinen ausgezeichneten Investitionsbedingungen. Was denken Sie, wenn Sie das hören?

! Die Regierung will damit auf internationaler Ebene als starker Partner dastehen. Doch mit der Wirklichkeit hat das nichts zu tun. 74 Prozent der Bevölkerung lebt in Armut. Zudem leiden wir unter extremer Gewalt: Menschen verschwinden, täglich werden sieben Frauen ermordet, der Menschenhandel blüht, Kinder müssen arbeiten.

taz, 21. April 2018

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Die Windräder des Bösen

eolicas-istmo-PADie Einwohner der südmexikanischen Stadt Unión Hidalgo staunten nicht schlecht, als sie das Dokument der Energiekommission in ihren Händen hielten. 96 Windräder sollen auf ihrem Land gebaut werden, hieß in dem Schreiben, das die Indigenen im Juli letzten Jahres erhalten haben. Fast niemand wusste von den Plänen, und hätten sie nicht selbst angefragt, wüssten sie es vielleicht bis heute nicht. Das ist ein Verstoß gegen internationales Recht. Die Konvention 169 der Internationalen Arbeitsorganisation und die UN-Erklärung über die Rechte indigener Völker sehen vor, dass die Gemeinschaften befragt werden müssen, bevor Großprojekte auf ihrem Boden geplant werden. Die Bewohner haben deshalb Klage gegen die Windanlage eingereicht.

taz, 21. April 2018

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Hemmungslose Selbstbedienung

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Von Marcello Casal Jr/ABr – Agência Brasil – Creative Commons

Wer mit 20 Jahren in Haiti nicht mager sei, stehe auf der Seite der Macht, schreibt der Autor Dany Laferrière. Der haitianische Schriftsteller weiß, wovon er spricht. 1976 musste er sein Land verlassen – so wie viele Intellektuelle, die von den Duvalier-Regimes verfolgt wurden.

Unter den Namen „Papa Doc“ und „Baby Doc“ haben Vater François und Sohn Jean-Claude Duvalier von 1957 an 29 Jahre lang das Land regiert. Erst der Vater, ab 1971 der Sohn. Hemmungslos bedienten sie sich an den Staatskassen und tragen damit Schuld daran, dass Haiti bis heute rückständig geblieben ist.

Mannheimer Morgen, 13. März 2018

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Armut, Hunger, Erdbeben quälen die „Perle der Antillen“

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Foto: Marcello Casal Jr/ABr

Von einem Traumland der Karibik ist Haiti weit entfernt. Während sich auf der benachbarten Dominikanischen Republik Touristen tummeln, bestimmen Soldaten das Bild in der Hauptstadt Port-au-Prince.

Es war ein Abschied, den nicht alle bedauerten. Mehrere Tausend Menschen hatten sich auf den Straßen der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince versammelt, um den Blauhelmen der Vereinten Nationen deutlich zu machen, wie wenig sie von ihrer Mission hielten. „Haut ab“, riefen einige Frauen, als die letzte Einheit am 15. Oktober 2017 das Land verließ. Auf Pappschildern forderten Demonstranten: „Keine weitere Vergewaltigungen“ und „Minustah gleich Cholera“.

Mannheimer Morgen, 13. März 2018

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