AMLO, der Hoffnungsträger

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Foto: Flickr/Eneas de Troya (CC BY 2.0)

MEXIKO-STADT taz | Der konservativ-liberale Kommentator Enrique Krauze, Feindbild aller mexikanischen Linken, nannte ihn einmal den „tropischen Messias“, er selbst vergleicht sich gerne mit den historischen Helden seines Landes. Etwa mit Benito Juárez, jenem Reformer aus dem 19. Jahrhundert, der sich für einen laizistischen Staat einsetzte und den von Napoleon zum Kaiser Mexikos ernannten Habsburger Maximilian I hinrichten ließ.

Kleine Brötchen wollte Andrés Manuel López Obrador, kurz AMLO, nie backen. 1988 verließ er die ehemalige Staatspartei PRI und gründete mit anderen Abtrünnigen die linke PRD. Drei Jahre lang saß er der Partei vor, um sich ab 2000 als Bürgermeister von Mexiko-Stadt einen guten Namen zu machen:

taz, 2. Juli 2018

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Der Vater und die Mafia

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Es war ein spektakulärer Sieg. 53 Prozent der Stimmen konnte Andrés Manuel López Obrador bei den mexikanischen Präsidentschaftswahlen am Sonntag für sich verbuchen – mehr als doppelt so viele wie sein aussichtsreichster Gegner, der konservative Ricardo Anaya. Das Bündnis »Gemeinsam schreiben wir Geschichte«, dem neben seiner Partei Morena die evangelikale PES und die Arbeitspartei ­angehören, hat aber auch weitere unerwartete Erfolge erzielt. Im Abgeordnetenhaus und im Senat verfügt die Allianz nun über eine deutliche Mehrheit. Zudem stellt sie vier Gouverneure und besetzt das bedeutende Bürgermeisteramt in Mexiko-Stadt.

Jungle World, 5. Juli 2018

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Mit Rückendeckung des Papstes

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Die mexikanische Bischofskonferenz hat dazu aufgerufen, den Schutz der Migranten bei den Wahlen im Blick zu haben. Schließlich sind es vor allem kirchliche Einrichtungen, die sich um die Menschen auf ihrem Weg in den Norden kümmern.

Das Abendessen ist gerade vorbei, gleich beginnt die Nachtruhe in der Migrantenherberge „Brüder auf dem Weg“. Einige nutzen die laue Nacht noch zu einem kleinen Zusammensein im Hof der Unterkunft in der südmexikanischen Stadt Ixtepec. Ein junger Mann spielt Gitarre, andere sitzen auf dem Boden und reden über Reiserouten. Darüber, wie sie die weiteren 3000 Kilometer bis zur US-Grenze am sichersten hinter sich bringen. Der Honduraner Jesús Vargas warnt die anderen vor den Gefahren des Weges:

Deutschlandfunk Kultur, 1. Juli 2018

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Mexikos neue Hoffnung

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Foto: Kristin Gebhardt

MEXIKO-STADT taz | Die Party begann früher als erwartet, denn bereits die ersten Prognosen ließen keinen Zweifel: Der nächste mexikanische Präsident heißt Andrés Manuel López Obrador. Kaum war die Nachricht am Sonntagabend bekannt geworden, stürmten zehntausende Anhänger des Politikers auf den Zócalo, den zentralen Platz von Mexiko-Stadt.

Dabei wurde das offizielle Ergebnis erst drei Stunden später veröffentlicht. Doch bereits die ersten Zahlen versprachen dem Kandidaten der linken Partei Morena einen Vorsprung, der nicht mehr einzuholen war. Später bestätigte die Wahlbehörde: López Obrador, den alle AMLO nennen, konnte über 53 Prozent aller Stimmen für sich verbuchen.

taz, 2. Juli 2018

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Drogengangs ermorden Kandidaten

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OAXACA taz | Zuletzt traf es Fernando Ángeles Juárez. Der 64-jährige Bürgermeisterkandidat wollte sich gerade auf den Weg zu einer Wahlveranstaltung machen, als mehrere bewaffnete Männer am Donnerstag in sein Haus eindrangen und ihn erschossen. Zwölf Stunden zuvor tötete ein Killerkommando Omar Gomez Lucatero. Auch er wollte Stadtvorsteher werden, und auch er war wie Ángeles offensichtlich den Kriminellen im mexikanischen Bundesstaat Michoacán ein Dorn im Auge.

Es ist Wahlkampf in Mexiko. Kein Tag vergeht, an dem nicht Amtsanwärter und deren Unterstützer bedroht, angegriffen oder ermordet werden. Mit Juárez und Lucatero steigt die Liste der Menschen, die seit der Eröffnung der Wahlperiode im September 2017 gewaltsam gestorben sind, auf 121 Opfer an. 47 waren für ein Amt angetreten.

taz, 25. Juni 2018

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Mexikos neuer Messias

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Er will die „Mafia an der Macht“ verdrängen, korrupte Politiker bekämpfen, die Armut beenden und der unendlichen Gewalt ein Ende setzen. Mexikos linker Präsidentschaftskandidat Andrés Manuel López Obrador verspricht viel, und alles deutet darauf hin, dass er sein Projekt tatsächlich angehen kann.

Am 1. Juli wählt Mexiko. Umfragen versprechen Obrador einen deutlichen Sieg. Doch die große Zustimmung hat einen hohen Preis: López Obrador hat Rechtskonservative und Politiker der korrupten ehemaligen Staatspartei PRI in seine Reihen aufgenommen. Bleibt also doch alles beim Alten? Oder wird Mexiko bald von einem Populisten regiert, der das Land an den Rand des Abgrundes führt?

Außer Frage steht: Mexikos Bevölkerung hofft auf einen grundsätzlichen Wandel.

ORF, 28. Juni 2018

Wie Waffenhandel tötet

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Iguala am 26. September 2014: Polizeisirenen heulen, Blaulichter durchdringen die Nacht, Busse mit zerschossenen Scheiben versperren den Weg. Mehrere Dutzend Studenten der pädagogischen Landschule Ayotzinapa  rennen durch die Straßen der mexikanischen Provinzstadt. Sie flüchten vor Polizisten, von denen sie gerade beschossen wurden. Dann sammeln sie sich auf einer Kreuzung. Wieder fallen Schüsse. Zwei Studenten gehen zu Boden und bleiben reglos im strömenden Regen liegen. Auch Ernesto Guerrero Cano befindet sich in diesem Moment auf der Straßenkreuzung. Später kehrt er an diesen Ort zurück.

Deutschlandfunk Kultur, 15. Mai 2018

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